Tipps für die artgerechte Unterstützung der Tiere in der Stadt

Mit ihren dunklen Knopfaugen, dem buschigen Schwanz und dem rotbraunen bis fast schwarzen Fell gehören Eichhörnchen zu den beliebtesten Wildtieren Deutschlands. Ursprünglich leben sie in Nadel-, Laub- und Mischwäldern, doch auch in städtischen Gebieten fühlen sie sich wohl – vorausgesetzt, sie finden genug Nahrung und geeignete Unterschlupfmöglichkeiten.

Im Gegensatz zu manchen anderen Wildtieren halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf, sondern lediglich eine Winterruhe. Diese unterbrechen sie täglich für ein bis zwei Stunden, um Nahrung zu suchen. Deshalb beginnen sie bereits im Herbst damit, Vorräte für die kalte Jahreszeit anzulegen. Sie vergraben Nüsse und Samen im Boden, was gleichzeitig der Natur zugutekommt: Viele dieser Verstecke werden nicht wiedergefunden und tragen somit zur Verbreitung von Pflanzen bei.

Brauchen Eichhörnchen im Winter menschliche Hilfe?

In ihrem natürlichen Lebensraum finden Eichhörnchen in der Regel ausreichend Nahrung, auch in der kalten Jahreszeit. Da sie jedoch vermehrt in Städten leben, sind sie dort auf zusätzliche Unterstützung angewiesen – insbesondere, wenn das Nahrungsangebot durch Bebauung und fehlende Grünflächen eingeschränkt ist. Laut der Umweltstiftung WWF Deutschland kann es in solchen Fällen sinnvoll sein, städtische Eichhörnchen im Winter mit geeignetem Futter zu versorgen.

Was eignet sich als Futter für Eichhörnchen?

Die Tiere sind Allesfresser, bevorzugen jedoch Nüsse und Samen. Für ihre Wintervorräte benötigen sie Nüsse mit Schale, da diese länger haltbar sind. Jungtiere hingegen können harte Schalen noch nicht knacken und sind auf geschälte Nüsse angewiesen. Idealerweise stellt man also beide Varianten bereit.

Wichtig ist, auf ungeeignete Lebensmittel zu verzichten. Mandeln enthalten Blausäure und können gesundheitsschädlich sein. Erdnüsse gehören nicht zum natürlichen Speiseplan der Tiere und sind zudem häufig mit Schimmel befallen. Diese beiden Sorten sollten daher vermieden werden.

Empfohlen wird eine abwechslungsreiche Mischung aus folgenden Nahrungsmitteln:

  • Haselnüsse

  • Walnüsse

  • Getrockneter Mais

  • Sonnenblumenkerne

  • Kürbiskerne

  • Rosinen

  • Möhren

  • Frisches Obst wie Apfelstücke oder Weintrauben

Der richtige Ort für Futterstellen

Eine Futterstation sollte möglichst hoch und entfernt vom Haus aufgestellt werden – am besten in etwa zwei Metern Höhe an einem Baum. So können die Tiere bei Gefahr rasch flüchten. Im Fachhandel gibt es spezielle Futterhäuser für Eichhörnchen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das verwendete Holz unbehandelt ist. Ein komplett geschlossenes Futterhaus ist ungeeignet, da sich darin schnell Schimmel bilden kann.

Regelmäßige Reinigung ist essenziell, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Alternativ kann auch ein großes Vogelhaus verwendet werden, sofern es den Tieren genug Platz bietet.

Wasser nicht vergessen

Neben Futter benötigen Eichhörnchen auch Zugang zu frischem Wasser – besonders im Winter, wenn natürliche Quellen wie Pfützen oder Teiche gefroren sind. Ein kleiner Gartenteich oder eine erhöhte Wassertränke kann hier Abhilfe schaffen. Auch hier gilt: Die Wasserschale muss regelmäßig gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Wichtig ist, dass die Tränke nicht am Boden steht, um die Tiere vor Feinden zu schützen.

Fazit

Wer Eichhörnchen im Winter helfen möchte, kann mit einfachen Mitteln viel bewirken. Mit geeigneten Futterstellen, der richtigen Auswahl an Nahrungsmitteln und frischem Wasser lässt sich das Überleben der Tiere in städtischer Umgebung deutlich erleichtern – ganz im Sinne eines harmonischen Zusammenlebens von Mensch und Natur.